Fischerei an Bodden & Ostsee: Frage an Michel-Friedrich Schiefler 2026

Thema 3 · Wahlkreis 23 – Vorpommern-Rügen I

Fischerei – Tradition sichern und Zukunft stärken

Fischerei gehört an Bodden und Ostsee zur regionalen Identität. Gleichzeitig verändern sich rechtliche, ökologische und wirtschaftliche Rahmenbedingungen.

10 Themen · Frage 3 von 10

Warum Fischerei im Wahlkreis 23 mehr als ein Symbol ist

Fischland-Darß, Zingst und die Boddengewässer prägen einen großen Teil des Wahlkreises. Fischerei ist hier nicht nur ein historisches Motiv, sondern Teil einer Küstenkultur, die in Häfen, Gastronomie, touristischen Angeboten, Vereinen und dem Alltag vieler Menschen sichtbar bleibt. Berufsfischerei, Freizeitangeln, Gewässerschutz und touristische Nutzung greifen dabei ineinander.

Die Rahmenbedingungen sind anspruchsvoll. Fischbestände, Umweltauflagen, wirtschaftliche Tragfähigkeit, Bürokratie und die Anforderungen an den Schutz der Gewässer müssen miteinander vereinbart werden. Deshalb eignet sich das Thema nicht für einfache Schlagworte. Es braucht eine Politik, die Nutzung ermöglicht, natürliche Grundlagen schützt und die besondere Bedeutung der Fischerei für die Küstenregion anerkennt.

Michel-Friedrich Schiefler: Fischereipolitik ist ein belegter Schwerpunkt

Beim Thema Fischerei besteht ein klarer Unterschied zu mehreren anderen Fragen dieser Serie: Der Landtag Mecklenburg-Vorpommern führt Michel-Friedrich Schiefler ausdrücklich als Sprecher der SPD-Landtagsfraktion für Fischereipolitik. Er ist zudem ordentliches Mitglied im Agrarausschuss. Die Fischerei ist damit nachweislich Teil seiner aktuellen parlamentarischen Arbeit.

Schiefler hat sich in dieser Funktion öffentlich zur Reform des Landesfischereirechts geäußert. Die Novelle wurde 2024 beschlossen und die Neufassung des Landesfischereigesetzes 2025 bekannt gemacht. Zu den Veränderungen gehören modernisierte Fischereidokumente und stärker digitalisierte Verfahren. In einer Pressemitteilung der SPD-Landtagsfraktion verwies Schiefler insbesondere auf die Digitalisierung der Fischereiabgabe und darauf, dass weiterhin eine analoge Möglichkeit bei den Ordnungsbehörden bestehen soll.

Keine automatische Übertragung: Aus seiner fachpolitischen Rolle folgt nicht, dass jede denkbare Forderung der Berufsfischerei, der Anglerschaft oder des Tourismus automatisch eine Position Michel-Friedrich Schieflers ist. Diese Seite trennt deshalb belegte Aussagen von offenen regionalen Fragen.

Modernisiertes Landesfischereirecht: Was ist konkret belegt?

Das Landesfischereirecht wurde in der laufenden Wahlperiode überarbeitet. Das Gesetz enthält Regelungen zum Fischereischein, zur Fischereiabgabe, zur Fischereiausübung und zu weiteren zentralen Fragen des Fischereirechts. Das zuständige Landesministerium bestätigte 2025 außerdem die landesweit geltende Fischereiabgabe und erläuterte digitale sowie analoge Möglichkeiten für den Nachweis.

Für Anglerinnen und Angler kann Digitalisierung Verwaltungswege vereinfachen. Gleichzeitig zeigt gerade dieser Bereich, warum digitale Lösungen inklusiv gestaltet werden müssen: Wer kein Smartphone nutzen möchte oder kann, darf nicht faktisch ausgeschlossen werden. Schiefler hat diesen Punkt in seiner öffentlichen Kommunikation selbst aufgegriffen, indem er auf die weiterhin mögliche analoge Abwicklung verwies.

Die Modernisierung des Verwaltungsverfahrens löst jedoch nicht alle Herausforderungen der Fischerei. Sie verändert vor allem den Zugang zu Dokumenten und Abgaben. Fragen der wirtschaftlichen Lage der Berufsfischerei, der Bestandsentwicklung, des Schutzes von Gewässern und der regionalen Wertschöpfung bleiben darüber hinaus eigenständige politische Aufgaben.

Berufsfischerei, Angeln und Tourismus gemeinsam betrachten

Berufsfischerei

Für Betriebe zählt, ob sich Fischerei wirtschaftlich tragen kann und ob Regeln praktikabel sind. Gleichzeitig müssen ökologische Grenzen und europäische sowie nationale Vorgaben berücksichtigt werden.

Angeln

Freizeitangeln ist für viele Einheimische und Gäste ein wichtiger Teil der Freizeitgestaltung. Digitale Verfahren können den Zugang vereinfachen, wenn sie verständlich und barrierearm ausgestaltet werden.

Tourismus

Fischerei prägt das Bild der Region und kann zur touristischen Attraktivität beitragen. Regionale Gastronomie, Häfen und maritime Kultur sind mit diesem Erbe verbunden.

Natur und Gewässer

Ohne intakte Gewässer und stabile Bestände fehlt der Fischerei ihre Grundlage. Schutz und Nutzung stehen deshalb nicht grundsätzlich gegeneinander, sondern müssen langfristig zusammengedacht werden.

Der regionale Bezug: Bodden und Ostseeküste

Im Wahlkreis liegen mit Zingst, Prerow, Born, Wieck, Ahrenshoop, Dierhagen und Wustrow Orte, deren Geschichte und Gegenwart eng mit Wasser, Küste und Bodden verbunden sind. Die wirtschaftliche Bedeutung der Fischerei ist heute nicht in jedem Ort gleich, doch die maritime Identität bleibt sichtbar. Gerade deshalb ist es wichtig, zwischen kultureller Tradition und realen wirtschaftlichen Bedingungen zu unterscheiden.

Eine glaubwürdige Fischereipolitik sollte nicht nur nostalgisch auf frühere Zeiten blicken. Sie muss fragen, welche Formen der Fischerei unter heutigen Bedingungen eine Perspektive haben, wie Nachwuchs gewonnen werden kann, welche Verarbeitung und Vermarktung regional möglich sind und wie die Branche mit Naturschutz, Tourismus und anderen Nutzungsinteressen koexistieren kann.

Was bedeutet faire Regulierung?

Regulierung ist in der Fischerei unvermeidbar, weil natürliche Ressourcen begrenzt sind. Gleichzeitig sollten Regeln nachvollziehbar, rechtssicher und möglichst praktikabel sein. Für kleine Betriebe kann zusätzlicher Verwaltungsaufwand stärker ins Gewicht fallen als für größere Unternehmen. Digitale Verfahren können helfen, dürfen aber nicht zu neuen Hürden führen.

Ein weiterer Punkt ist die Planbarkeit. Wer in Boote, Ausrüstung oder Verarbeitung investiert, braucht möglichst verlässliche Rahmenbedingungen. Politik kann nicht garantieren, dass sich ökologische oder europäische Vorgaben nie verändern. Sie kann aber transparent kommunizieren, Betroffene frühzeitig beteiligen und Übergänge so gestalten, dass sich Betriebe auf neue Anforderungen einstellen können.

Für den Wahlkreis wäre deshalb interessant, wie Michel-Friedrich Schiefler die Balance zwischen Schutzinteressen, wirtschaftlicher Perspektive und praktischer Umsetzbarkeit in der kommenden Wahlperiode konkret gewichten möchte.

Regionale Wertschöpfung beginnt nicht erst beim Verkauf des Fisches

Bei der wirtschaftlichen Betrachtung lohnt es sich, die gesamte Kette mitzudenken. Zur Fischerei gehören nicht nur Fang und Boot, sondern auch Verarbeitung, Kühlung, Transport, Vermarktung, Gastronomie, Hafeninfrastruktur und touristische Angebote. Wenn regionale Produkte vor Ort verarbeitet und verkauft werden, kann ein größerer Teil der Wertschöpfung in der Region bleiben. Das kann kleinen Betrieben zusätzliche Möglichkeiten eröffnen, ohne dass daraus automatisch ein tragfähiges Geschäftsmodell für jeden Standort folgt.

Auch Wissen ist Teil dieser Wertschöpfung. Traditionelle Kenntnisse über Gewässer, Fangmethoden und Küstenkultur können für Umweltbildung, Museen, Vereine und touristische Angebote wichtig sein. Eine Zukunftsstrategie sollte deshalb nicht nur fragen, wie bestehende Betriebe erhalten werden können, sondern auch, welche neuen Kooperationen zwischen Fischerei, Gastronomie, Bildung und Tourismus sinnvoll sind. Gerade im Wahlkreis 23 mit seiner starken touristischen Prägung kann diese Verbindung relevant sein, wenn wirtschaftliche Realität, ökologische Verantwortung, soziale Akzeptanz und langfristige Planbarkeit gleichermaßen berücksichtigt werden.

Leitfrage an Michel-Friedrich Schiefler

Welche politischen Rahmenbedingungen braucht die Fischerei an Bodden und Ostsee, damit Berufsfischerei, Angeln, regionale Wertschöpfung und der Schutz natürlicher Ressourcen langfristig miteinander vereinbar bleiben?

Sechs Punkte für eine konkrete Antwort

  • Berufsfischerei: Welche wirtschaftlichen und rechtlichen Bedingungen hält Schiefler für besonders wichtig, um verbleibenden Betrieben Perspektiven zu geben?
  • Nachwuchs: Wie kann Wissen über Fischerei, Gewässer und maritime Berufe an eine jüngere Generation weitergegeben werden?
  • Digitalisierung: Welche Verwaltungsverfahren lassen sich weiter vereinfachen, ohne analoge Zugänge abzubauen?
  • Bestände und Gewässerschutz: Wie sollen wissenschaftliche Erkenntnisse, Schutzanforderungen und Nutzung in Entscheidungen einfließen?
  • Regionale Wertschöpfung: Welche Rolle können Verarbeitung, Direktvermarktung und Gastronomie für die wirtschaftliche Wirkung der Fischerei spielen?
  • Tourismus: Wie kann maritime Kultur authentisch erhalten werden, ohne wirtschaftliche Realität durch reine Symbolpolitik zu ersetzen?

FAQ – Fischerei im Wahlkreis 23

Ist Michel-Friedrich Schiefler aktuell fischereipolitischer Sprecher?

Ja. Der Landtag und die SPD-Landtagsfraktion führen ihn als Sprecher für Fischereipolitik.

Wurde das Landesfischereirecht in dieser Wahlperiode geändert?

Ja. Die Novelle wurde 2024 beschlossen; 2025 wurde eine Neufassung des Landesfischereigesetzes bekannt gemacht. Zu den Veränderungen gehören modernisierte und digitalisierte Verfahren.

Kann die Fischereiabgabe digital entrichtet werden?

Ja. Das Land stellt entsprechende digitale Möglichkeiten bereit. Gleichzeitig bleiben nach den veröffentlichten Informationen auch analoge Wege bestehen.

Geht es auf dieser Seite nur um Berufsfischerei?

Nein. Die Leitfrage verbindet Berufsfischerei, Freizeitangeln, regionale Wertschöpfung und den Schutz der natürlichen Grundlagen.

Werden hier neue Wahlversprechen behauptet?

Nein. Belegte Aussagen Schieflers zum Fischereirecht werden gekennzeichnet; weitergehende regionale Fragen bleiben ausdrücklich Fragen.

Geprüfte Quellen

Stand der inhaltlichen Prüfung: September 2026. Historische und fachpolitische Einordnung wird nicht als neues persönliches Wahlversprechen ausgegeben.

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