Gesundheitsversorgung in Wahlkreis 23: Frage an Michel-Friedrich Schiefler

Thema 4 · Wahlkreis 23 – Vorpommern-Rügen I

Gesundheitsversorgung – gute Medizin auch außerhalb großer Städte

Eine verlässliche Gesundheitsversorgung muss für Menschen erreichbar sein – unabhängig davon, ob sie in Ribnitz-Damgarten, an der Küste oder in einer kleineren Gemeinde des Wahlkreises leben.

10 Themen · Frage 4 von 10

Gesundheit ist eine Frage der Erreichbarkeit

Im ländlichen Raum entscheidet nicht nur das medizinische Angebot darüber, wie gut Versorgung funktioniert. Ebenso wichtig ist, wie weit der Weg zur nächsten Praxis oder Klinik ist, ob öffentliche Verkehrsmittel passen, wie schnell Rettungsdienste vor Ort sein können und ob ältere oder mobilitätseingeschränkte Menschen Unterstützung bekommen. Wahlkreis 23 verbindet mit Ribnitz-Damgarten einen wichtigen regionalen Versorgungsstandort mit vielen kleineren Städten, Gemeinden und Dörfern. Deshalb muss Gesundheitspolitik hier immer auch Entfernungen und Mobilität berücksichtigen.

Die Anforderungen sind vielfältig: Krankenhausversorgung, hausärztliche und fachärztliche Praxen, Pflege, Therapie, Apotheken, Prävention und Notfallversorgung bilden ein System. Fällt an einer Stelle ein Angebot weg, kann das zusätzliche Belastungen an anderer Stelle auslösen. Politisch ist daher nicht nur die Zahl einzelner Einrichtungen entscheidend, sondern die Frage, wie gut die verschiedenen Bausteine zusammenarbeiten.

Die Bodden-Kliniken in Ribnitz-Damgarten

Mit den BODDEN-KLINIKEN Ribnitz-Damgarten GmbH befindet sich im Wahlkreis ein bedeutender Krankenhausstandort. Die Klinik ist nach eigenen Angaben eine gemeinnützige GmbH, deren alleiniger Gesellschafter der Landkreis Vorpommern-Rügen ist. Das Haus behandelt jährlich etwa 15.000 Patientinnen und Patienten, davon ungefähr 8.000 stationär.

Auf der offiziellen Krankenhausseite werden unter anderem Innere Medizin mit kardiologischen, diabetologischen und gastroenterologischen Angeboten, Allgemein- und Viszeralchirurgie, Orthopädie und Unfallchirurgie, Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde sowie Intensivmedizin genannt. Hinzu kommen Praxen beziehungsweise medizinische Versorgungsangebote und weitere soziale Einrichtungen im Unternehmensverbund.

Diese Zahlen zeigen, dass Ribnitz-Damgarten für die medizinische Versorgung der Region eine wichtige Funktion übernimmt. Sie sagen jedoch allein noch nichts darüber aus, wie sich die Versorgung in den kommenden Jahren entwickeln wird. Fragen der Krankenhausfinanzierung, Fachkräftegewinnung und ambulanten Versorgung bleiben politische Aufgaben.

Klare Abgrenzung: Auf dieser Seite wird nicht behauptet, Michel-Friedrich Schiefler habe eine bestimmte medizinische Struktur oder eine konkrete Finanzierung persönlich zugesagt. Der Krankenhausstandort ist belegt; die politischen Folgerungen werden als Fragen formuliert.

Ambulante Versorgung gehört genauso dazu

Für viele Menschen beginnt Gesundheitsversorgung nicht im Krankenhaus, sondern in der Hausarztpraxis. Gerade bei chronischen Erkrankungen, Vorsorge, Rezepten oder kleineren akuten Beschwerden ist eine erreichbare hausärztliche Betreuung entscheidend. Fachärztliche Angebote, Physiotherapie, Ergotherapie, Hebammen, Pflege und Apotheken ergänzen diese Versorgung.

In einem Flächenwahlkreis können freie Termine allein deshalb nicht ausreichen, wenn die Wege dorthin schwer zu bewältigen sind. Wer in einer kleinen Gemeinde wohnt und kein eigenes Auto hat, ist auf Busverbindungen, Angehörige oder andere Fahrmöglichkeiten angewiesen. Deshalb berührt das Thema Gesundheit unmittelbar die Mobilitätspolitik.

Auch digitale Angebote können ergänzen, etwa bei Terminorganisation oder bestimmten telemedizinischen Leistungen. Sie ersetzen aber nicht jede persönliche Untersuchung und sollten deshalb als zusätzliche Möglichkeit verstanden werden, nicht als pauschaler Ersatz für erreichbare Versorgung.

Pflege und demografische Entwicklung

Gesundheitspolitik endet nicht an der Praxistür. Mit einer älter werdenden Bevölkerung wächst die Bedeutung von Pflege, häuslicher Unterstützung und barrierearmen Angeboten. Menschen möchten möglichst lange selbstbestimmt in ihrem vertrauten Umfeld leben. Das setzt voraus, dass ambulante Pflegedienste, Beratungsstellen, Angehörige und stationäre Angebote zusammenwirken können.

Für kleine Gemeinden ist das besonders anspruchsvoll. Lange Fahrwege erhöhen den Aufwand für ambulante Dienste, während Fachkräfte auch in anderen Regionen dringend gesucht werden. Politik kann dieses Problem nicht mit einem einzelnen Förderprogramm lösen. Es braucht eine Kombination aus guten Arbeitsbedingungen, Ausbildung, Wohnmöglichkeiten, digitaler Unterstützung, Verkehr und regionaler Planung.

Vier Perspektiven für Wahlkreis 23

Krankenhausstandort

Wie kann die Rolle der Bodden-Kliniken als regionaler Versorgungsstandort langfristig gesichert und in die Krankenhausplanung eingebunden werden?

Haus- und Fachärzte

Welche Instrumente helfen, Praxen im ländlichen Raum nachzubesetzen und junge Ärztinnen und Ärzte für die Region zu gewinnen?

Pflege

Wie können ambulante und stationäre Pflegeangebote auch bei wachsenden Fachkräftebedarfen erreichbar und bezahlbar bleiben?

Mobilität

Wie werden medizinische Angebote mit Bus, Fahrdiensten und anderen Mobilitätslösungen so verbunden, dass Versorgung praktisch erreichbar ist?

Fachkräfte sind der gemeinsame Engpass

Gebäude und Geräte allein behandeln keine Patientinnen und Patienten. Krankenhäuser, Praxen, Pflegeeinrichtungen und Rettungsdienste brauchen qualifizierte Beschäftigte. Deshalb ist Fachkräftepolitik ein zentraler Bestandteil der Gesundheitsversorgung. Attraktive Arbeitsbedingungen, Ausbildungsmöglichkeiten, planbare Dienste, bezahlbares Wohnen und eine gute Infrastruktur für Familien können beeinflussen, ob Menschen in der Region arbeiten möchten.

Ribnitz-Damgarten kann als zentraler Standort Vorteile bieten, doch auch dort konkurrieren Einrichtungen um Fachkräfte. Für die kleineren Orte stellt sich zusätzlich die Frage, wie medizinische und pflegerische Angebote aufrechterhalten werden können, wenn Beschäftigte lange Wege zurücklegen müssen. Eine regionale Strategie sollte daher nicht einzelne Einrichtungen isoliert betrachten.

Gesundheitspolitik und Daseinsvorsorge gehören zusammen

Medizinische Versorgung ist ein wichtiger Bestandteil der Daseinsvorsorge. Wenn Menschen das Gefühl haben, im Krankheitsfall keine erreichbare Hilfe zu bekommen, beeinflusst das auch die Attraktivität eines Wohnortes. Das betrifft ältere Menschen ebenso wie junge Familien. Ein Ort kann günstigen Wohnraum und Natur bieten – wenn grundlegende Versorgung fehlt, verliert er dennoch an Lebensqualität.

Für den Wahlkreis bedeutet das, dass Entscheidungen über Krankenhaus, Arztpraxen, Pflege und Verkehr nicht getrennt voneinander diskutiert werden sollten. Gerade in einem Raum mit touristischen Spitzenzeiten kann außerdem die saisonal schwankende Zahl an Menschen zusätzliche Anforderungen an Rettung und medizinische Infrastruktur stellen.

Prävention und Notfallversorgung mitdenken

Eine gute regionale Gesundheitsstrategie sollte nicht erst beginnen, wenn Menschen stationär behandelt werden müssen. Prävention, Gesundheitsberatung und frühzeitige Unterstützung können helfen, Erkrankungen früher zu erkennen und Selbstständigkeit länger zu erhalten. Schulen, Vereine, Pflegeberatung und kommunale Angebote können dabei ergänzende Rollen spielen, ohne medizinische Fachversorgung zu ersetzen.

Auch die Notfallversorgung verdient einen eigenen Blick. Die Bodden-Kliniken weisen eine rund um die Uhr erreichbare Notaufnahme aus. Für Menschen in weiter entfernten Gemeinden bleibt trotzdem entscheidend, wie schnell professionelle Hilfe erreichbar ist und wie Rettungsdienst, niedergelassene Versorgung und Krankenhaus zusammenspielen. Gerade in einem Flächenwahlkreis sollte deshalb nicht nur über Standorte, sondern über die gesamte Versorgungskette gesprochen werden – vom ersten Hilferuf bis zur Nachsorge nach einem Klinikaufenthalt.

Leitfrage an Michel-Friedrich Schiefler

Welche landespolitischen Maßnahmen sind aus seiner Sicht notwendig, um den Krankenhausstandort Ribnitz-Damgarten zu stärken und gleichzeitig eine verlässliche ambulante medizinische und pflegerische Versorgung in den kleineren Gemeinden von Wahlkreis 23 zu sichern?

Was eine konkrete Antwort enthalten sollte

  • Krankenhaus: Welche Rolle soll Ribnitz-Damgarten in der künftigen Versorgungsstruktur des Landes spielen?
  • Fachkräfte: Welche Maßnahmen hält Schiefler bei Ausbildung, Gewinnung und Bindung medizinischer und pflegerischer Beschäftigter für besonders wirksam?
  • Ambulante Versorgung: Wie können Nachbesetzungen von Haus- und Facharztpraxen unterstützt werden?
  • Pflege: Wie soll wohnortnahe Unterstützung im ländlichen Raum organisiert werden, wenn Fachkräfte knapp sind?
  • Mobilität: Wie können Menschen ohne eigenes Auto medizinische Angebote verlässlich erreichen?
  • Digitalisierung: Wo können digitale Lösungen sinnvoll ergänzen, ohne persönliche Versorgung zu ersetzen?

FAQ – Gesundheitsversorgung im Wahlkreis

Sind die Bodden-Kliniken öffentlich getragen?

Ja. Nach Angaben der Klinik ist der Landkreis Vorpommern-Rügen alleiniger Gesellschafter der gemeinnützigen GmbH.

Wie viele Patientinnen und Patienten behandelt das Krankenhaus?

Die Bodden-Kliniken nennen etwa 15.000 Behandlungen pro Jahr, davon rund 8.000 stationär.

Warum wird auch über Mobilität gesprochen?

Weil medizinische Versorgung nur dann praktisch nutzbar ist, wenn Patientinnen und Patienten die Angebote erreichen können. Das ist besonders für Menschen ohne eigenes Auto wichtig.

Ist die Sicherung einer bestimmten Klinikstruktur ein belegtes Wahlversprechen Schieflers?

Nein. Auf dieser Seite werden die vorhandene Infrastruktur und die regionale Herausforderung beschrieben. Die konkrete politische Position wird ausdrücklich erfragt.

Geht es nur um Krankenhausversorgung?

Nein. Haus- und Fachärzte, Pflege, Therapien, Apotheken, Rettungsdienst, Prävention und digitale Ergänzungen gehören ebenfalls zur regionalen Versorgung.

Geprüfte Quellen

Stand der inhaltlichen Prüfung: September 2026. Medizinische Bestandsdaten stammen von den Bodden-Kliniken; politische Schlussfolgerungen werden als Fragen gekennzeichnet.

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