Schulen & Bildung in Wahlkreis 23 – Frage an Michel-Friedrich Schiefler
Thema 5 · Wahlkreis 23 – Vorpommern-Rügen I
Schulen und Bildung – gute Chancen in Stadt und Land
Gute Bildung darf nicht davon abhängen, ob ein Kind in Ribnitz-Damgarten, in einem Ostseebad oder in einer kleineren Gemeinde des Recknitz-Trebeltals aufwächst.
10 Themen · Frage 5 von 10Bildung beginnt mit erreichbaren und guten Schulen
Wahlkreis 23 ist ein Flächenwahlkreis mit sehr unterschiedlichen Schulwegen und Bildungsangeboten. In Ribnitz-Damgarten gibt es ein breites Spektrum an allgemeinbildenden Schulen und weiteren Einrichtungen. Die Stadt ist nach ihrer aktuellen Übersicht Trägerin von zwei Grundschulen und zwei Regionalen Schulen. Ergänzt wird dieses Angebot durch ein Gymnasium, eine Förderschule und ein Förderzentrum in Trägerschaft des Landkreises, eine evangelische Grundschule sowie berufliche und weitere Bildungsangebote.
Für Familien im Umland ist nicht nur die Qualität einer Schule wichtig. Ebenso entscheidend ist, wie lang der Schulweg ist, ob der Schülerverkehr zuverlässig funktioniert, wie Betreuung organisiert wird und ob Ganztagsangebote erreichbar sind. Bildungspolitik und Mobilitätspolitik hängen deshalb im ländlichen Raum eng zusammen.
Schulbauprogramm: konkrete Investitionen im Landkreis
Der Landkreis Vorpommern-Rügen setzt ein Schulbauprogramm auf Grundlage des Finanzausgleichsgesetzes Mecklenburg-Vorpommern um. Nach Angaben des Landkreises fließen bis 2027 rund 27,3 Millionen Euro in Bau und Instandhaltung allgemeinbildender öffentlicher Schulen im Landkreis. Knapp 24 Millionen Euro davon sind investive Mittel, die nach einem öffentlichen Verfahren vergeben werden.
Zu den geförderten Projekten gehört ein Erweiterungsbau für die Schulspeisung am Richard-Wossidlo-Gymnasium in Ribnitz-Damgarten. Dafür nennt der Landkreis 183.000 Euro. Insgesamt wurden in einer ersten Runde acht Projekte mit knapp 16,1 Millionen Euro investiven Mitteln berücksichtigt. Für einen weiteren Förderaufruf wurde ein verbleibender Betrag von 7,8 Millionen Euro ausgewiesen.
Diese Zahlen betreffen den gesamten Landkreis und dürfen nicht als Investitionssumme allein für Wahlkreis 23 dargestellt werden. Für die Kampagne ist deshalb nur das konkret im Wahlkreis liegende Projekt am Richard-Wossidlo-Gymnasium direkt als regionales Beispiel zuzuordnen.
Gute Gebäude sind wichtig – aber Bildung ist mehr
Sanierte Klassenräume, moderne Fachräume, Mensen, Sportflächen und Barrierefreiheit schaffen gute Voraussetzungen für Lernen. Sie ersetzen aber keine Lehrkräfte, Schulsozialarbeit oder funktionierende pädagogische Konzepte. Deshalb sollte eine Bildungsstrategie mehrere Ebenen gleichzeitig betrachten.
Lehrkräftegewinnung und -bindung sind besonders wichtig. Schulen im ländlichen Raum konkurrieren um qualifiziertes Personal. Attraktive Arbeitsbedingungen, verlässliche Unterstützung, Wohnmöglichkeiten und eine gute Infrastruktur für Familien können beeinflussen, ob Lehrkräfte langfristig in einer Region bleiben. Hinzu kommen Vertretungsreserven, Fortbildung und die Frage, wie Schulen mit unterschiedlichen Unterstützungsbedarfen umgehen können.
Auch Schulsozialarbeit und multiprofessionelle Teams spielen eine Rolle. Schulen sind Lernorte, aber sie sind zugleich Orte, an denen soziale Probleme sichtbar werden. Je besser pädagogische, sozialpädagogische und beratende Angebote zusammenarbeiten, desto eher können Schülerinnen und Schüler Unterstützung erhalten, bevor Schwierigkeiten größer werden.
Digitale Bildung: Ausstattung allein reicht nicht
Digitale Tafeln, Endgeräte und leistungsfähige Netze können Unterricht bereichern. Entscheidend ist jedoch, ob Technik zuverlässig funktioniert und pädagogisch sinnvoll eingesetzt werden kann. Schulen brauchen deshalb nicht nur Geräte, sondern Wartung, Support, Fortbildung und klare Konzepte.
Gerade im Flächenwahlkreis ist digitale Infrastruktur auch außerhalb der Schule wichtig. Hausaufgaben, Lernplattformen und Kommunikation funktionieren nur dann gleichberechtigt, wenn Schülerinnen und Schüler zu Hause einen verlässlichen Zugang haben. Digitale Bildung darf deshalb nicht stillschweigend voraussetzen, dass jede Familie über dieselben technischen Möglichkeiten verfügt.
Stadt und Land: unterschiedliche Ausgangslagen
Ribnitz-Damgarten
Die Stadt bündelt verschiedene Schulformen und weitere Bildungsangebote. Damit übernimmt sie auch für das Umland eine wichtige Funktion.
Kleinere Gemeinden
Hier stehen Erreichbarkeit, Schulwege und die Verbindung zu zentraleren Schulstandorten stärker im Vordergrund. Verlässlicher Schülerverkehr ist Teil der Bildungschancen.
Ganztag und Betreuung
Für Familien ist entscheidend, ob Unterricht, Hort, Ganztagsangebote und Arbeitszeiten zusammenpassen. Gute Betreuung kann die Attraktivität eines Wohnortes stärken.
Berufsorientierung
Schulen können junge Menschen mit regionalen Betrieben und Ausbildungswegen bekannt machen. Das ist auch für die Fachkräftesicherung in der Region relevant.
Bildung und regionale Zukunft hängen zusammen
Schulen sind ein wesentlicher Standortfaktor. Familien achten bei der Wahl ihres Wohnortes darauf, welche Bildungsangebote erreichbar sind. Unternehmen wiederum brauchen gut ausgebildete Nachwuchskräfte. Wenn junge Menschen früh regionale Ausbildungs- und Berufsmöglichkeiten kennenlernen, kann das die Bindung an die Region stärken – ohne ihnen die Freiheit zu nehmen, für Studium oder Beruf zeitweise andere Wege zu gehen.
Besonders wichtig ist Berufsorientierung, die unterschiedliche Lebenswege sichtbar macht. Handwerk, Pflege, Tourismus, öffentliche Verwaltung, technische Berufe und akademische Bildungswege sollten nicht gegeneinander ausgespielt werden. Gute Orientierung hilft Jugendlichen, eine informierte Entscheidung zu treffen.
Was müsste eine überzeugende Bildungspolitik beantworten?
- Wie werden Schulgebäude langfristig saniert und modernisiert, ohne Investitionen nur von einzelnen Förderfenstern abhängig zu machen?
- Wie können Lehrkräfte für Schulen im ländlichen Raum gewonnen und dort gehalten werden?
- Wie werden Schulsozialarbeit, Inklusion und individuelle Förderung verlässlich unterstützt?
- Wie lässt sich der Schülerverkehr so organisieren, dass lange Wege nicht zu einem dauerhaften Nachteil werden?
- Wie werden digitale Ausstattung, technischer Support und pädagogische Nutzung gemeinsam geplant?
- Wie können regionale Betriebe stärker in Berufsorientierung und Praktika eingebunden werden?
Bildungsorte außerhalb des klassischen Unterrichts
Bildung findet außerdem nicht nur im Klassenzimmer statt. Bibliotheken, Musikschulen, Volkshochschulen, Vereine, Jugendangebote und kulturelle Einrichtungen ergänzen formale Schulbildung. Die Stadt Ribnitz-Damgarten weist beispielsweise auf Kreisvolkshochschule und Kreismusikschule als Bestandteile ihres Bildungsangebots hin. Solche Einrichtungen schaffen Möglichkeiten für kulturelle Bildung, Weiterbildung und lebenslanges Lernen.
Für einen Flächenwahlkreis stellt sich dabei erneut die Frage der Erreichbarkeit. Ein gutes Angebot in einem zentralen Ort hilft dem Umland besonders dann, wenn Wege praktikabel sind und Informationen über Kurse oder Veranstaltungen leicht zugänglich bleiben. Bildungspolitik sollte deshalb auch Kooperationen zwischen Schulen, außerschulischen Lernorten, Vereinen und regionalen Betrieben berücksichtigen. So kann ein Netzwerk entstehen, das Kinder, Jugendliche und Erwachsene über unterschiedliche Lebensphasen hinweg unterstützt.
Leitfrage an Michel-Friedrich Schiefler
Was sollte das Land künftig tun, damit Schülerinnen und Schüler im gesamten Wahlkreis 23 unabhängig von ihrem Wohnort gute Schulen, moderne Lernbedingungen und verlässliche Bildungsangebote erreichen können?
Fakten und offene politische Position
Für diese Seite sind die vorhandenen Schulangebote in Ribnitz-Damgarten und die veröffentlichten Investitionen des Landkreises belegt. Nicht belegt ist dagegen, dass Michel-Friedrich Schiefler für 2026 bereits ein detailliertes eigenes Schulbau- oder Lehrergewinnungsprogramm speziell für Wahlkreis 23 veröffentlicht hat. Deshalb wird die landespolitische Schlussfolgerung als Frage an ihn formuliert.
Die Antwort wäre besonders interessant, weil Bildung mehrere Themen dieser Kampagne verbindet: Jugendliche, Mobilität, kommunale Infrastruktur und regionale Fachkräfteentwicklung. Gute Schulen sind damit nicht nur ein Ressortthema, sondern ein zentraler Teil der Zukunftsfähigkeit des Wahlkreises.
FAQ – Schulen und Bildung
Welche Schulen gibt es in Ribnitz-Damgarten?
Die Stadt nennt zwei städtische Grundschulen und zwei Regionale Schulen sowie ein Gymnasium, eine Förderschule, ein Förderzentrum und weitere Bildungsangebote in unterschiedlichen Trägerschaften.
Gibt es 2026/2027 ein Schulbauprogramm im Landkreis?
Ja. Der Landkreis veröffentlicht ein Programm mit insgesamt rund 27,3 Millionen Euro bis 2027 für Bau und Instandhaltung allgemeinbildender öffentlicher Schulen.
Welches konkrete Projekt liegt im Wahlkreis 23?
Der Landkreis nennt einen Erweiterungsbau für die Schulspeisung am Richard-Wossidlo-Gymnasium in Ribnitz-Damgarten mit 183.000 Euro Förderung.
Sind die 27,3 Millionen Euro eine Investition allein in Wahlkreis 23?
Nein. Die Summe bezieht sich auf den gesamten Landkreis Vorpommern-Rügen. Sie wird auf dieser Seite ausdrücklich nicht dem Wahlkreis allein zugerechnet.
Ist die Leitfrage ein Wahlversprechen?
Nein. Die Seite beschreibt bestehende Angebote und Investitionen und fragt Michel-Friedrich Schiefler nach seiner politischen Position für die nächste Wahlperiode.
Geprüfte Quellen
- Stadt Ribnitz-Damgarten – Schulen
- Landkreis Vorpommern-Rügen – Schulbauprogramm
- Landtag Mecklenburg-Vorpommern – Michel-Friedrich Schiefler
Stand der inhaltlichen Prüfung: September 2026. Landkreisweite Summen werden nicht als alleinige Investitionen des Wahlkreises dargestellt.

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